Worum geht es bei #ClimateOfChange?

Das Klima hat sich bereits früher in der Weltgeschichte verändert. Aber die drastischen Veränderungen von heute werden massiv durch menschliches Handeln vorangetrieben. Die Art und Weise, wie wir in Europa leben – indem wir rücksichtslos Ressourcen abbauen und fossile Brennstoffe verbrennen – ist ein großer Treiber für die Zerstörung des Planeten. Unsere aktuelle, globale Wirtschaft im Kern zutiefst ungleich. Kurzfristige Gewinninteressen stehen immer wieder über den Menschenrechten und den Grenzen unseres Planeten! Von den Ressourcen und Lebensräumen anderer profitieren vor allem große Unternehmen und reiche Gesellschaften.

#ClimateOfChange ist davon überzeugt, dass die Klimakrise eng mit Migration verknüpft und in einem unfairen Wirtschaftssystem verwurzelt ist. Die Beteiligung aller ist von zentraler Bedeutung für einen gerechten Wandel hin zu einem nachhaltigen System, das für alle funktioniert.

Die Klimakrise ist komplex und muss in Verbindung mit anderen Krisen gesehen werden.

 

 

Die Klimakrise ist eine soziale Krise

Natürlich geht es bei der Klimakrise um Umweltzerstörung, aber das ist nicht die ganze Geschichte. Vor allem Menschen und Gemeinschaften im Globalen Süden, die verhältnismäßig wenig zu den Ursachen der Klimakrise beigetragen haben, sind von ihren Auswirkungen am stärksten betroffen. Zum Beispiel in Bezug auf Lebensunterhalt, Arbeit, Gesundheit und ihrem Zugang zu Rechten.
Einige Europäer*innen mögen den Luxus haben, einen nachhaltigen Lebensstil zu führen, insgesamt basiert unserer Gesellschaft jedoch auf extremem Konsum. Wenn alle Menschen auf der Welt so leben würden wie wir in Europa, bräuchten die Menschheit 2,8 Erden, um zu überleben! Der Klimawandel und seine Folgen bedrohen schon heute Millionen Menschen weltweit. Menschen sehen ihre Lebensgrundlagen zerstört, erleiden gesundheitliche Schäden und werden der Möglichkeit beraubt, ein würdevolles Leben in ihrem eigenen Zuhause zu führen.
Die Auswirkungen der Klimakrise können dazu führen, dass Menschen gezwungen werden entweder innerhalb ihres eigenen Landes oder über die Grenze hinweg in Nachbarländer zu migrieren. Eine Minderheit der Menschen geht weiter nach Europa. Die Faktoren, die zu einer Migrationsentscheidung führen, sind dabei komplex: Häufig spielen dabei auch wirtschaftliche, politische, sozio-kulturelle, familiäre und demografische Gründe eine Rolle, die durch die Klimakrise verstärkt werden.
Menschen, die zur Migration gezwungen werden, haben häufig keinen angemessenen rechtlichen und sozialen Schutz. Sie sind oft gezwungen, in informellen und unsicheren Arbeitsverhältnissen zu arbeiten. Ebenso besteht ein erhöhtes Risiko, dass Arbeitgeber*innen, denen bewusst ist, wie prekär die Situation der Migrant*innen ist, sie missbrauchen und ausbeuten.
In vielen Ländern werden Migrant*innen und insbesondere Menschen ohne Papiere ausgebeutet und sind nicht ausreichend vor der Willkür von Arbeitgeber*innen geschützt. Fehlende Sprach- und Rechtskenntnisse sowie wirtschaftliche Abhängigkeit führen dazu, dass viele Betroffenen keine Hilfe suchen. Die Unternehmen, in denen informelle Arbeitskräfte eingestellt werden, erschleichen sich – auf deren Kosten – einen ökonomischen Vorteil.
Seit Jahren sehen wir uns mit zahlreichen, vom Menschen verursachten Krisen konfrontiert, die weltweit die Lebensgrundlagen von Menschen zerstören. Von der Klimakrise über wirtschaftliche Ungerechtigkeiten bis hin zu Vertreibung und Verlust von Menschenleben an den EU-Außengrenzen. Bisherige Maßnahmen der Politik auf die Klimakrise und die Schutzmaßnahmen für Menschen, die durch die Folgen des Klimawandels zur Aufgabe ihrer Heimat gezwungen werden, reichen bei weitem nicht aus!

UNSERE ANTWORT

Wir brauchen ein System, das ökologische und soziale Aspekte in den Mittelpunkt politischer und individueller Entscheidungen stellt. Klimagerechtigkeit für alle ist eine Frage der Menschenrechte und des Umweltschutzes. Für einen gerechten Wandel fordert #ClimateOfChange die Regierungen auf, die richtigen Änderungen an den Gesetzen vorzunehmen.

Der Begriff „gerechter Wandel“ definiert nicht nur, wie dieses neue System aussehen wird, sondern auch, wie wir es dorthin schaffen werden. Ein gerechter Wandel stellt sicher, dass ein Veränderungsprozess die Grundbedürfnisse erfüllt und das soziale Wohlergehen für alle gewährleistet wird.

Aus diesen Gründen fordert #ClimateOfChange:

1. Begrenzung der globalen Erwärmung unter 1,5°C durch Reduktion der Treibhausgas-Emissionen und Förderung erneuerbarer Energien, um bis 2040 Klimaneutralität in der EU zu erreichen.

Die EU muss ihre Wirtschaft dekarbonisieren, indem sie Technologien für erneuerbare Energien fördert, um fossile Brennstoffe zu ersetzen und indem sie die Energieeffizienz in den entscheidenden Sektoren Energie, Heizung und Verkehr verbessert.

2. Übergang zu einer sozial und ökologisch gerechten Wirtschaft, die das Wohl von Natur und Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt statt die Interessen von großen Unternehmen.

Dieses neue Wirtschaftsmodell muss erneuerbar, demokratisch, fair und sozial sein. Die Staaten, die am meisten zum Klimawandel beitragen, müssen Finanzierungen internationaler Mechanismen und Unterstützung von Anpassungsmaßnahmen in den betroffenen Ländern leisten, um Schäden und Verluste der am stärksten betroffenen Bevölkerung zu entschädigen.

3. Anpassungsstrategien und faire, menschenrechtsbasierte Migrationsrichtlinien

Die lokale Widerstandsfähigkeit und globalen Gerechtigkeit kann durch finanzielle und technische Unterstützung der vom Klimawandel betroffenen Länder gestärkt werden. Ein internationales Schutzsystems für durch den Klimawandel verursachte Migration wird das Wohlergehen von betroffenen Menschen in den Herkunfts-, Transit- und Zielländern verbessern.

 

4. Einbeziehung der Ansichten der jungen Generation in die politische Entscheidungsfindung..

Menschen und zukünftige Generationen sind am stärksten vom Klimawandel betroffen, und gleichzeitig sie sind auch die größten Akteure des Wandels. #ClimateOfChange möchte junge Menschen als Befürworter von Veränderungen informieren, befähigen und fördern.

Wir brauchen verbindliche Regeln, um Klimagerechtigkeit für alle zu erreichen –
für das Wohl unseres Planeten und aller Menschen!